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Gianna Nannini - "Perle"-Tour

RBB-Sendesaal, Berlin, Sa. 6.3.04

Gianna Nannini "back to the roots" oder auf neuen Pfaden – es kommt ganz auf die Sichtweise drauf an. Im Grunde genommen verbindet die Nannini in ihren jüngsten Konzerten das ihr eigene Rock-Image aus späterer Zeit und das Songwritertum ihrer Anfangstage miteinander, als gäbe es da keinen Gegensatz.

Gianna Nannini

Und – wie es nur bei Gianna Nannini der Fall sein kann –, der Spagat gelingt, sie reißt das Publikum vom ersten Augenblick an mit: Auftritt in völliger Dunkelheit mit einem Salzkristalllicht in der Hand, der Gang zum Flügel, ein paar tastende Töne und dann ihre gewaltige Stimme, die bei diesem ersten Song, genauer, mit dem ersten gesungenen Wort, alle Zuhörer in den Bann zieht. ...

In den folgenden Stunden des Konzertabends folgten weitere Stücke, in denen Gianna alte bekannte und mittelalte unbekannte Songs vortrug, allein nur mit dem eigenen Klavierspiel unterlegt. Soviel zur neuen Ausrichtung. Aber immer wieder waren in der choreografisch angelegten Abfolge der Songs Lieder mit dem sehr lebendigen "Solis String Quartett" und zweiten Pianisten Christian Lohr mit auf dem Programm. Immer wieder auch wagte die Nannini, lediglich von einem einzigen Instrumentalisten begleitet, die Duoperformance.

Oder aber – ein Highlight –, ein Klavierduett zu vier Händen wurde von Lohr und Nannini zum Besten gegeben. Gegen Ende des Konzertes und bei den Zugaben war dann die Stimmung – durch die Inszenierung von Gianna Nannini mit Publikumshändeschütteln, Mikrofonständerschwingen etc. unterstützt – nach klassischen und liedermachermäßigen Momenten in die eines Rockkonzerts umgekippt. Der eine oder andere zusätzlich unterlegte Dancebeat sorgte für noch mehr "Wumms" aus den Lautsprechern.

Ein unglaublicher Abend, ein Geschenk für alle Nannini-Fans, auch die mit den unterschiedlichsten musikalischen Ansprüchen und Wünschen. Und als die Nannini mitten im einem Song auf Deutsch die Zeile "Das ist Liebe... und das ist Sex!" einflocht, war das sicher nicht das einzige Überraschungsmoment. Ein Erlebnis – und einfach eine geniale Künstlerin mit immerwährender enormer Energie!

Carina Prange

© jazzdimensions2004
erschienen: 10.3.2004
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