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Chick Corea mit "Touchstone"

"Palatia Jazz", Pirmasens, Sa. 25.6. 2005

Ähnlich wie die Tastenmeister Herbie Hancock und Keith Jarrett, hat auch Chick Corea als Pianist von Miles Davis jahrelang dessen Stil mitgeprägt. Und ähnlich wie Erstgenannte ist auch Corea heute selbst eine lebende Jazz-Legende. Am Samstag spielte der mittlerweile 64-Jährige US-Amerikaner mit mit seiner Formation "Touchstone" im Rahmen des "kulinarischen Pfälzer Jazzfestivals" Palatia Jazz im Pirmasenser "Neuffer am Park".

Chick Corea

"Touchstone" ist wohl eine der interessantesten Formationen des vielseitigen Pianisten. Vor zwei Jahren erst gegründet, verbindet er mit ihr den Sound seines Fusion-Projekts "Return To Forever" aus den 70er-Jahren mit dem seiner "Spanish-Heart"-Aufnahme und dem der Akustik-Jazz-Aufnahmen jüngeren Datums. In Pirmasens waren es einmal mehr Schlagzeuger Tom Brechtlein, der brasilianische Perkussionist Ruben Dantas sowie Carles Benavent mit seinen funkigen E-Bass-Läufen, die eine satte Grundierung für die von Flamenco-Rhythmen durchtränkten Kompositionen des mehrfachen Grammy-Gewinners boten.

Chick Corea

Musiker, die sich in seltenen Taktarten, ständigen Breaks und Tempi-Wechseln zuhause fühlen, einander aufmerksam zuhören und entsprechend reagieren können, gibt es selten. An diesem Abend standen gleich fünf dieser Art auf der Bühne, jederzeit bereit, den Meister an E-Piano und Flügel bei seinen federleichten melodischen Soli-Ausflügen zu unterstützen. Dass die Rhythmusgruppe in dem flexiblen Jorge Pardo an Saxophon und Querflöte einen Bläser fand, der seine solistischen Freiheiten zu nutzen wusste, machte die Sache umso reizvoller.

Klingelnde Handys, scheppernde Weingläser und so mancher Gast, der bereits etwas zu tief ins Rotweinglas geschaut hatte, standen für die Kehrseite des Abends. Die Tatsache, dass für viele die Weindegustierung wichtiger schien als die Musik, wurde deren Qualität nicht gerecht. Die Instrumentalisten bekamen von den Störeinflüssen um sie herum jedoch wenig mit: Sie brannten unbehelligt ihr musikalisches Feuerwerk ab – Weltklasse!

Johannes Kloth

Fotos: Tobias Adam

© jazzdimensions2005
erschienen: 30.6.2005
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