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Biréli Lagrène -
"Djangology/To Bi Or Not To Bi"

In frühester Jugend galt Biréli Lagrène als virtuoses Wunderkind der Gitarre und als legitimer Nachfolger des großen Fürsten des Zigeunerswing Django Reinhardt. Seine allmähliche Emanzipation vom Wunderkindimage und von diesen musikalischen Wurzeln, ging nicht ohne Reibungsverlust vonstatten. Manche Traditionalisten sahen die Hinwendung des Franzosen zu modernen Jazzformen gar nicht gerne...

Biréli Lagrène - "Djangology/To Bi Or Not To Bi"

Trotz der stilistischen Öffnung kehrte Lagrène in den vergangenen Jahren immer wieder unbefangen zu seinen alten Einflüssen zurück und zumindest der Erfolg seines "Gypsy Projects" dürfte die Kritiker nachhaltig versöhnlich gestimmt haben. Seine neueste Aufnahme mit der WDR Big Band erinnert aufs Neue an Django Reinhardt, als dessen Nachfolger Lagrène einst als 14-Jähriger gehandelt wurde.

Biréli Lagrènes Gastauftrittt bei der WDR Big Band ist der erste Teil einer Doppel-CD und trägt den Titel "Djangology - A Tribute to Django Reinhardt". Namensgeber ist das Stück, das Reinhardt mit Stephane Grapelli geschrieben hat und das mit "Blues en Mineur", ebenfalls auf der CD, zu dessen bekannteren Stücken gehört. Arrangiert wurde die Musik vom musikalischen Leiter der WDR Big Band Michael Abene und herausgekommen sind abwechslungsreiche und voll klingende Arrangements, die es dem Solisten erlauben, sich zu entfalten. Besonderes Highlight: Bei "Good Life" und "Shadow Of Your Smile" zeigt Lagrène, dass er auch als Sänger Qualitäten besitzt.

Ganz Solist an der Gitarre kann Biréli Lagrène auf "To Bi Or Not To Bi" sein, einer Sammlung von Soloperformances, bei denen er mehr Gewicht auf seine eigenen Kompositionen gelegt hat. Der kaum verstärkte Klang von Lagrènes Akustikgitarre erinnert dabei mehr an Reinhardts Sound als an den anderer Jazzgitarristen, die das Spiel auf der Sologitarre etabliert haben. Seine musikalische Bandbreite ist jedoch ungleich größer, als die des Altmeisters. Technisch brillant vereint er die Möglichkeiten klassischer Gitarristen mit dem harmonischen Repertoire der Jazzer. Und seine eruptiven Arpeggio-Linien finden am ehesten bei den klassisch orientierten Heavy-Metal-Gitarristen der 80er- und 90er-Jahre ein Pendant.

Zusammen ergeben die beiden CDs ein rundes und zugleich verblüffendes Bild von Biréli Lagrènes enormer musikalischen Bandbreite und seiner künstlerischen Relevanz. Ein Schüler, der seinen Meister schon lange überflügelt hat.

Jörg Lichtinger

CD: Biréli Lagrène - "Djangology/To Bi Or Not To Bi"
(Dreyfus Records FDM 46050366952)

Biréli Lagrène im Internet: www.lagrene.com

Dreyfus Records im Internet: www.dreyfusrecords.com

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2007
erschienen: 29.4.2007
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