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Labelle - "Back To Now"

Eines der legendärsten Trios zwischen Soul und Disco feierte vor einiger Zeit sein von der Öffentlichkeit weitestgehend ignoriertes Comeback: Labelle, benannt nach ihrer schon damals prominentesten Frontfrau: Patti LaBelle. Im Nachnamen wurde das "grosse B" flugs in ein "kleines B" umgewandelt, Sarah Dash und Nona Hendryx hinzuaddiert – und eines der erfolgreichsten Trios des Genres Soul/Disco der Siebziger Jahre war geboren.

Labelle - "Back To Now"

Nona Hendryx veröffentlichte nach der Beendigung ihrer Karriere bei Labelle in den Achtzigern extrem innovative Alben im Fahrwasser und Stil von Acts wie Grace Jones oder den ersten Jimmy Jam & Terry Lewis-Gehversuchen. Und aus Patti LaBelle wurde eine der erfolgreichsten Soul-Künstlerinnen der Musikgeschichte, die heute nicht nur für verlässlich ehrlichen Soul steht, sondern ebenso für eigene Modelabels, eine Reihe Bücher und unzählige Aktivitäten gegen Diabetes, an der sie leidet.

Doch "Back to Now" klingt an den meisten Stellen recht, na ja, bedeutungslos. Ich muss es einfach so sagen. Gleichzeitig ist es offenkundig, dass das Album eigentlich eher ein neues Patti LaBelle-Album ist, denn ihre Stimme ragte stets aus den Dreien heraus. Unverblümt. Einige der Stücke wie "System" sind dabei sehr gut produziert und sogar ein wenig eigenwillig. Songs wie "Truth'll Set You Free" haben eine blütensaubere Bläsersektion, die der Qualität der Stimmen der drei in nichts nachsteht.

Doch spätestens beim letzten Viertel des Album werde ich trotz hochkarätiger Produzenten wie Lenny Kravitz oder dem Gamble/Huff-Duo, den Erfindern des Philly-Sounds, das Gefühl nicht los, dass diese Reunion nicht ohne Grund praktisch unbeachtet blieb. Irgendwie farblos, das. Was mich gar regelrecht wurmt ist der Fokus auf klassische Soul-Elemente.

Diese waren zwar auch auf den Original-Alben ein Riesen-Thema, doch die gehörige Portion Disco, die eben nur in den späten Siebzigern authentisch in die Musik eingearbeitet war, fehlt hier fast völlig. Und sehe ich mir das Cover an muss ich sagen: ein abgedrehtes Kostüm, um den "guten alten Zeiten" nachzueifern, macht noch keine Labelle-Reunion. Mittelmässig … leider.

Michael Arens

CD: Labelle - "Back To Now" (Verve/Universal Music 06025 1789582)

Universal Music im Internet: www.universal-music.de

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2009
erschienen: 25.4.2009
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