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Califone - "All My Friend Funeral Singers"

Mit ihrem neunten Album "All My Friends Are Funeral Singers" schlägt die US-amerikanische Band Califone praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe: einerseits hat sie soeben einen Film mit gleichnamigen Titel fertig gestellt und andererseits veröffentlicht sie dessen Tonspur, die praktisch ganz und gar aus Musik besteht, als ihr neues Album.

Califone - "All My Friend Funeral Singers"

Trotzdem macht Califone in erster Linie keine Filmmusik, sondern kreiert Songs, in denen sich Dub, Country, Blues, Folk, Minimal Music, Rock und vielfältige afrikanische Quellen widerspiegeln. Erstaunlich viele Instrumente werden von den Musikern beherrscht, ohne dass Califone jemals pompös oder bombastisch klingen würde. Stattdessen arbeitet alles auf eine atmosphärische Sparsamkeit hin.

Dazu bedarf es eines langen Arbeitsprozesses, während dem das originale Material überarbeitet, verformt und erweitert wird, bis schließlich eigenartige, undurchschaubare Klanggewebe entstehen. Die 14 Songs von "All My Friends Are Funeral Singers" (15 sind es auf dem Vinyl) verströmen eine traumhaft-unwirkliche, ja geisterhafte Aura.

Seit ihrer Gründung beschäftigt sich die Band um den Filmfan Tim Rutili mit dem Medium Film. Immer wieder standen Califone im Kinosaal, um Stummfilme live zu vertonen. Dabei konnte das Quartett intensiv mit der Zusammenwirkung von gefilmtem Bild und Musik experimentieren. Da war es nur nahe liegend, dass einmal ein eigener Film zustande kommen würde. Dieser Traum ist nun wahr geworden. Um was für einen Film es sich dabei handelt lässt der durchscheinend klingende Soundtrack nur erahnen.

Leider liegt er dem Album als DVD nicht bei. Was schade ist, denn von der wunderbar stimmigen Atmosphäre her macht "All My Friends Are Funeral Singers" ungeheuer neugierig auf die Bilder, die diesem Songzyklus zugrunde liegen.

Michael Freerix

CD: Califone - "All My Friend Funeral Singers"
(Dead Oceans DOC 028)

Califone im Internet: www.califonemusic.com

Dead Oceans Records im Internet: www.deadoceans.com

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2010
erschienen: 3.3.2010
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