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Julien Jacob - "Cotonou"

'Contonou' gleicht einer Reise durch das Imaginäre in Poesie, Sprache und Musik. Nicht so sehr das kognitive Denken soll angesprochen werden, als vielmehr das Intuitive in unserer Wahrnehmung. Und so müssen wir uns Julien Jacob anvertrauen, wenn er in einer imaginären Sprache singt, uns ganz dem Klang, Rhythmus und Gestus der Musik aussetzt – dem Mystischen und Geheimnisvollen.

Julien Jacob - "Cotonou"

Jacob erweckt mit einer fast unschuldigen Reinheit und Klarheit eine verschwunden geglaubte Poesie und Melancholie. Äußerst ökonomisch gestaltet der aus dem westafrikanischen Benin stammende, seit langem schon in der Bretagne lebende Jacob die musikalischen Arrangements seiner Songs. Fast immer spielt er akustische Gitarre, wenige Akkorde nur. Mal wird er nur von einem afrikanischen Daumenklavier begleitet.

Die Grooves sind ansteckend, wenngleich nur mit einem Minimum an Percussion (Steve Shehan) gearbeitet wird. Jacobs Gesang ist fast das Gegenstück zum schwermütig-zerbrechlichen Gesang des Lambchop Sängers Kurt Wagner. Das spartanisch minimalistische Vorgehen trifft genau ins Mark und ist geradezu die vollkommene Antithese zu den saturierten Klanggebilden, die uns tagtäglich überschwemmen. Zu hören ist keine imaginäre Folklore sondern die Folklore des Imaginativen. Magisch!

Herbert Federsel

CD: Julien Jacob - "Cotonou" (Wrasse Records Wrass 138)

Julien Jacob im Internet: www.julienjacob.com

Wrasse Records im Internet: www.wrasserecords.com

Cover: n.n.

© jazzdimensions2005
erschienen: 20.5.2005
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